Die Absurdität von Adaptern

In der vorletzten Podcastfolge von c’t-uplink wurde mal wieder mit ein paar Mythen aufgeräumt. Konkret damit, dass man meint alles mit diversen Adaptern, welche im Fachhandel zu erwerben sind, verbinden kann. Das geht, aber nur in einem gewissen Rahmen. So ist es möglich, einen Bildschirm mit DVI-Schnittstelle an einen Grafik-Output mit VGA-Schnittstelle zu betreiben. Aber mit einem weiteren Adapter an diesem wird das zwar mechanisch gehen, aber ob das elektrisch noch funktioniert ist fraglich. So könnte man einen Adapter mit Display-Port mit einem mit DVI verbinden. Diesen an einem mit HDMI. Den wiederum an einem mit DVI, welcher an dem anderen Ende dann VGA hat und diesen wiederum letztendlich an einem mit Cinch/Composite. Mechanisch funktioniert das alles, aber zu einem Ergebnis führt das nicht mehr.
In der c’t-uplink wurde aber ein weiteres Kuriosum gezeigt. Nämlich einen USB 3.0 zu Lüsterklemmen-Adapter. Es gab da wohl einen ernsthaften Spezialfall. Ein Kunde hat, so will es die Geschichte, bei dem Zubehörhersteller nach etwas angefragt, was es wohl für seinen Anwendungszweck auf dem Markt bisher nicht gab. Er wollte nämlich die Signale der Datenleitungen des USB 3.0 abgreifen und analysieren. Das Entwicklungslabor nahm sich der Spezialanfrage an und hatte etwas Individuelles für diesen einen Kunden entwickelt gehabt. Irgendwie muss aber die Marketing-Abteilung des Herstellers etwas über diese Spezialentwicklung mitbekommen haben und war der Meinung, dafür muss es doch einen Markt geben und man müsse da etwas entwerfen, was im größeren Stil zu verkaufen wäre. Nur ob das ganze einen Sinn ergibt und auch funktionieren wird, bleibt fraglich.

USB-Luesterklemme-Adapter

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Von Datenträgern und mit Lochkarten betriebenen Waschmaschine

Nicht all zu selten kommt es in meiner Peer-Group zu einer Diskussion über alte Speichermedien. Dann kommt es auch schnell zu den Aussagen, wer mit welchen Medium seine Computerkarriere begonnen hat. Es fallen dann Sätze wie: „Mein erster PC besaß nur eine zwei Gigabyte große Festplatte.“ oder „Ich habe meine Daten auf eine Datasette einst speichern müssen.“ Je nach Alter und vielleicht dem Einstiegsalter hat also jeder etwas andere Erfahrungen.

Der erste PC, der bei uns zu Hause stand, hatte anno 1991 auch nur eine 50 Megabyte große Festplatte und besaß sowohl ein 3,5 als auch ein Diskettenlaufwerk für die etwas wabbeligeren 5,25 Zoll großen Disketten. Aber meine eigene Computerkarriere begann schliesslich schon vorher mit dem DDR-Heimcomputer KC 85/4 von Robotron. Da wir mit beginnenden Besitz des Gerätes allerdings keinen Radiorekorder hatten, mit dem die Programme auf eine Kompaktaudiokasette als Datasette gespeichert werden können, mussten als Dauerspeicher die netten alten 7 Zoll Tonbänder herhalten. Da die zugehörigen Tonbandgeräte üblicherweise im Hausgebrauch für den senkrechten Betrieb gebaut wurden, hatte dies ein bisschen den Charme von Rechenzentren der 1960er und ’70er Jahre, wo große Magnetbänder im professionellen EDV-Betrieb üblich waren.

Eine etwas andere Begegnung hatte ich dann während meiner Ausbildung. Im zweiten Lehrjahr absolvierte ich in einem Betrieb mein Praktikum, wo ich gelegentlich große Filtersäcke mit einer auch ziemlich großen Industriewaschmachine waschen musste. Aber in Gegensatz zu den üblichen Waschmaschinen, bei denen man das Waschprogramm mit Druckknöpfen und Drehwählern einstellte, musste man das bei dieser mit Lochkarten machen. Die Karten bestanden allerdings nicht wie aus der EDV bekannt, aus Karton oder Pappe, da diese natürlich in einer feuchten Umgebung relativ schnell durchgeweicht gewesen wären. Sondern bestanden aus einem etwas weichen und flexiblen Kunststoff, damit sie auch nicht so schnell durchbrechen konnten. Das ganze war circa im Jahre 2001/2002.

Reparatur einer Induktionsherdplatte

Gerne geht mal was kaputt. Normal würde man unter Umständen, wenn es keine Möglichkeit für Ersatzteile und einer Reparatur oder durch die Anspruchnahme einer Garantie, das kaputte Gerät entsorgen. Aber nicht in einem Hackerspace, wenn am späteren Abend noch gekocht werden soll. Doch was ist passiert?
Durch Ungeschick ist jemanden unser Induktionskochfeld auf den Boden gefallen und die Glasscheibe des Bedienfeld gesplittert. Durch überkleben des gesplitterten Glas mit Tesafilm konnte das Problem erst einmal gefixt werden. Als dann bei einer späteren Kochaktion Feuchtigkeit zwischen den Klebestreifen und dem gesplitterten Glas geriet, verweigerte die Kochplatte komplett ihren Dienst.
Die Lösung: Die Kochplatte auseinander bauen, die zerborstene Glasscheibe des Bedienfeld vollständig herausschlagen und durch eine aufgeklebte transparente Folie einer Dokumentenhülle ersetzen. Dadurch lassen sich die Knöpfe des Bedienfeldes die Kochplatte wieder benutzen. Einziger Wermutstropfen: Es fehlt nun die Beschriftung der einzelnen Funktionen. Aber für einem geübten Koch ist dies kein Problem.

Gefixte Induktionskochplatte

Fasse dich kurz – Telefonieren in der DDR

Von Klingelfeen und Stöpselmiezen, eisernen Jungfrauen und Roten Telefonen, von ungewöhnlichen Telefonaten und gewagten Verbindungen. Das Fernsprechwesen – es entwickelt sich. Nur nicht so, wie Millionen DDR-Bürger es sich erhoffen. Auf ein Telefon warten manche länger als auf einen Trabi. Und viele bekommen nie eines. 1989 zählt man gerade elf Anschlüsse auf 100 Bürger. 95 Prozent der Ortsvermittlungstechnik tut schon seit 60 Jahren Dienst.

Die sonst so medaillenverliebte DDR hat hier eindeutig die rote Laterne. Am Anfang stöpseln noch die legendären Fräuleins vom Amt die raren Verbindungen, flicken wagehalsige Entstörer die blanken Leitungen, stehen Schlangen vor ewig kaputten Münzfernsprechern. Weil die Verbindungen der Post nie ausreichen, entstehen mindestens 23 nichtöffentliche Fernmeldenetze – für die Stasi, das Militär, die Kombinate …

Störungen im öffentlichen Netz stehen an der Tagesordnung und einheitliche Vorwahlnummern gibt es nicht. Doch wer endlich einen privaten Anschluss bekommt ist glücklich und nimmt auch in Kauf, den Anschluss mit bis zu vier „Teilnehmern“ zu teilen. Und mit gigantischem Aufwand hört dann manchmal auch die Stasi mit. Telefonieren in der DDR. Ein langer Weg vom „Fasse dich kurz“ bis zum „Ruf mal an“. Von der Stunde Null im Frühjahr 1945, als die Sieger die letzten Leitungen kappten, bis zu den Piratenstreichen der Wendezeit reicht der Bogen einer Geschichte, über der, wie überall in der DDR, der Satz steht: Not macht erfinderisch.

Leidgeprüfte „Teilnehmer“ oder solche, die es endlich werden wollten, gestandene Postler aus Mühlhausen, Leipzig und Dresden, der letzte Postminister, Günter Schabowski und viele andere berichten über große Probleme und kleine Schritte beim Telefonieren in der DDR.

Film von Jörg Mischke

Direktlink

Beim herumstöbern durch das Internet bin ich schon vor einigen Jahren auf diesen Radiomitschnitt der rbb-Jugendwelle Radio Fritz und dem Format Chaosradio gestossen. Das Thema der im Frühjahr 1997 ausgestrahlten Hörertalk-Sendung war Ost-Technologie im weitesten Sinne. Also hauptsächlich auch Computer und Telefonie. Hier berichtete ein Hörer über seine aktive Zeit als Telefontechniker in den letzten Jahren der DDR und den damit verbundenen Erfahrungen. Die Aussagen decken sich mit denen des Filmes, es gibt aber noch die eine oder andere lustige Anekdote.

Link zur Chaosradio-Folge Nr. 16

Besonderer FooBar mit der Post

Bei einer Unterhaltung in meinem Bekanntenkreis haben sich besondere witzige Geschichten zum Thema (Deutsche) Post ergeben. Meine war eine über den von mir ausgelösten Nachsendeauftrag bei meinem Wohnungsumzug vor zwei Jahren.

Ich habe wenige Tage bevor mein Mietvertrag der alten Wohnung endgültig gekündigt war, einen Nachsendeantrag über die minimalen nächsten sechs Monate bei der Deutschen Post in Auftrag gestellt. Dies hat auch funktioniert. Alle Post, die an mich adressiert war und sofern dies meine Wille war, dass die Absender meine neue postalische Adresse auch erfahren und benutzen sollen, hat mich erreicht. Sofern war das für mich die technische Bestätigung, dass der von mir in Auftrag gegebene Nachsendeauftrag ausgeführt wird.
Womit ich aber nicht gerechnet hatte, dass die Post dafür einen Brief im Normalfall an die noch alte postalische Adresse als Bestätigung für diesen Auftrag sendet. Aus irgendwelchen Gründen blieb dieser aber für mehrere Monaten irgendwo auf der Strecke und erreichte mich erst nach Ablauf meiner Nachsendefrist an meiner neuen postalischen Adresse. – Natürlich als Nachsendung.