Berlin Techno City 1993

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Scratch

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Als ein wenig ergreifend aber auch gleichzeitig bedrückend finde ich den Teil von 0:54:41 bis 0:57:23. Er wirft einen kleinen Blick in der Plattensammlung von DJ Shadow. Oder wie er selbst passend dazu sagt: ‚Nirvana‘. DJ Shadow ist ja dafür bekannt, dass er mit seinem experimentellen Hip-Hop als Vorreiter das Turntableism gilt. Angeblich soll ja alleine sein Debut-Album „Endtroducing …“ aus über 500 Samples bestehen ohne eine eigene Eigenkomposition. Statt dessen versteht er den Plattenspieler selber als Instrument.
Ich finde, alleine nur wegen der unschieren Menge an Schallplatten in seinem Lager, sollte man seine sich seine gesamte Discographie an selbst produzierten Platten kaufen, um auch nur einen kleinen Einblick in dieses Stück angesammelte Musikgeschichte zu bekommen.

Peer-To-Peer ist gut für’s Geschäft

In der letzten Zeit war ich vermehrt mal wieder entweder Zeuge oder habe mich selbst an Diskussionen über die Moral vom illegalen Musikdownload beteiligt. Ich will es direkt mal so raus sagen: Auch wenn es gegenüber Musikern, die mit ihrer Handwerk oder ihrer Kunst keinen so weiteren Bekanntheitsgrad haben und deshalb aus diesem oder auch anderen Gründen keine so große finanzielle Wertschöpfung für sich beanspruchen können, absolut unfair ist. So ist es für mich dennoch sehr wichtig, dass ich durch die Filesharing-Technologien, wie etwa eDonkey oder BitTorrent, sehr schnell, bequem und kostenfrei Zugang zu Urheberrechtlichen Content wie zum Beispiel Musik erhalte.

So hatte ich nämlich schon zweimal den Fall, dass ich mir durch das Downloaden zweier Alben von unterschiedlichen deutschsprachigen Bands, deren Musik in Ruhe anhören und für meinen Geschmack gemäß beurteilen konnte, nachdem ich in beiden dieser Fälle eine Single-Auskpopplung zuvor im Radio gehört hatte und somit zu dem Schluss kam, das auch beide Langspielveröffentlichungen diesen vollkommen Entsprachen.
In einem weiteren Fall war es mir nicht mehr möglich eine CD zu kaufen ohne sie im Vorfeld mal angehört zu haben, da sie bereits nach sieben Jahren aus dem Katalog heraus genommen wurde und es somit auch keine Möglichkeit mehr gibt, sie noch nach zu bestellen. Letztendlich musste ich mir das Album also mit Hilfe von BitTorrent herunterladen, um überhaupt schonmal eine Möglichkeit zu besitzen sie anhören zu können bis ich vielleicht mal irgendwann dennoch das Glück habe, sie über einen Händler nach zu erwerben.
Und dann war noch das mit dem uralten Demotape einer eher regional bekannten Band aus meiner Heimatstadt. Eben diese hatte nämlich mit Beginn ihrer Kariere zu Beginn der 1990er Jahre einige Demotapes über ein örtliches Tonstudio auch nur in einer gewissen Anzahl produzieren lassen. Die Kopie einer dieser Kassette – welche meine Schwester auch wiederum nur als eine überspielte Kassettenkopie einer anderen mal bekam – war nämlich mit der Tonqualität so dermaßen am Ende, dass ich mit meinen begrenzten Mitteln mich nicht mehr in der Lage sah, dort etwas nach zu bearbeiten als dass man sich am Ende ein Resultat auch mit Genuss anhören hätte können. Eine entsprechende e-Mail direkt an die Musiker brachte nur die lapidare Antwort, das ich mich dann schon selber an andere Fans wenden solle, um irgendeine qualitativ bessere Kopie auf zu treiben, da wohl auch die Band selbst nicht mehr über einen Zugang zu entsprechenden Quellen verfüge. Aus Neugier gab ich mal den Namen der Gruppe über eMule als Suchbegriff im eDonkey-Netzwerk ein – und sie da – als Treffer gab es doch tatsächlich einen weiteren User, der über eine brauchbare komprimierte Kopie verfügte und sie auch zum Sharing anbot. Da es aber nur einen gab, ist es wohl ganz klar, das der Download dann doch sich über sehr, sehr viele Tage hinwegstreckte, bis er vollzogene war.

Wenn mir also eine Musik oder Platte gefällt, dann kaufe ich sie mir. Und das hat mehrere Gründe: Erstens will man sich dann ja auch mit dem Gesamtwerk auseinandersetzen können. Zweitens hege ich die Angewohnheit, dass ich jede Audiodatei die als mp3-Datei auf der Computerfestplatte abgespeichert werden soll, erst einmal mit einem Audioeditor nachbearbeitet wird, bevor ich sie in einen entsprechenden Ordner ablege, damit alle Dateien möglichst ein einer einheitlichen Qualität vorhanden sind. So soll des weiteren auch vermieden werden, dass ich bis auf wenige begründete Ausnahmen keine Titel sowohl im Computerlesbaren mp3-Format als auch auf Audio-CD vorhanden habe. Dies zeigt – obwohl ich bereits eine kleine beachtliche Sammlung an mp3-Daten mein eigen nennen kann, dieses komprimierte Format dann doch in meiner Wertschöpfung eher eine unter geordnete Rolle spielt.

Blos warum erzähle ich das alles? Denn irgendwie scheint die Downloaderei auf Dauer in gewissen Punkten doch nicht so gut zu sein. Neulich wollte ich mir mal wieder einen Titel einer amerikanischen Rockband herunterladen. Als sowohl das eDonkey- als auch das Gnutella-Netzwerk keine qualitativ gescheiten Treffer erzielten, entschied ich mich kurzerhand dazu über, mir das Album welchen den Titel beinhaltet, über BitTorrent herunter zu laden. Na ja – wenn man mal schon das ganze Album hat, schadet es ja bestimmt nicht, dieses sich auch mal vollständig anzuhören. Treffer! Und wieder habe ich eine Platte gefunden, bei der einem beim anhören von vorne bis hinten nicht langweilig wird. Das Fazit ist: Bevor ich mich erst einmal wieder für Stunden an den Computer hinsetze, umkodiere und das Verzeichnis neu sortiere – lieber in den nächst gelegenen Plattenladen laufen und kaufen.

Im Sumpf

Dank eines Bekannten der gebürtig aus Österreich stammt, bin ich am Sonntagabend auf ein Stück Radio gestoßen, welches man in Deutschland nur noch selten antrifft. Radio FM4, alternativer Jugendkulturradiosender des Österreichischen öffentlich-rechtlichen Rundfunks (ORF). Genauer gesagt ist es die Sendung Im Sumpf, die mit den beiden Journalisten, Autoren, DJ’s und auch selbst Musikern Fritz Ostermayer und Thomas Edlinger einem tiefgründigen journalistischen Einblick in Musik und vielen weiteren hörenswerten rund um den Globus fernab des Mainstream gibt.
Vor gut zwei Jahren nämlich hatte ich mir mal ein Archiv mit einem Konzertmittschnitt der isländischen Post-Rock-Gruppe Sigur Ros dank dem Filesharing aus dem Netz geladen. War ich doch sehr darüber froh, einen Mitschnitt aus dem Internet gefischt zu haben, der sogar in deutscher Sprache an- und abmoderiert und im Rahmen des ORF im Fernsehen oder Hörfunk mal übertragen wurde. So was gibt dem nämlich eine räumliche und zeitliche Authentizität. „… das letzte mal hier im Sumpf hatten …“ – wohl eine Bühne, Club oder der Konzertsaal in Wien, wo die Band . Doch weit gefehlt. Was ich da auf die Ohren bekommen habe, ist die sonntags von 21 – 23 Uhr stattfindende Radiosendung „Im Sumpf“, die sich eben mit allen Facetten der Musik auseinandersetzt.